Wer?

Der Grundtext und damit die Idee dieser Seite stammen aus der alten Version von „Bleibt alles anders“ und wurde vor Übernahme auf diese Seite auf seine subjektive biographische Richtigkeit überprüft.

Tobias M. Walter ist Rheinländer des Jahrgangs 1984, wuchs im Rheinland auf und besuchte von 2005 bis 2009 im Rheinland die Schauspielschule. Aus beruflichen Gründen wurde er 2010 zur Auswanderung vom Rhein- ins Mainland gezwungen. Es bestehen zwar große phonetische Ähnlichkeiten zwischen beiden Orten, Mentalitätsbezogen allerdings liegen Welten zwischen den Metropolen von Rhein und Main. 2013 hat er sich noch immer nicht von diesem Kulturschock erholt und startet sein Blog „Bleibt alles anders“ neu, um sich durch die Poesie des Alltags zu erholen. Doch beginnen wir von vorn:

Bereits im Kleinkindalter fiel Walter seinem sozialen Umfeld durch die erfolgreiche Absolvierung der ersten niederen Reflexbildungsanstalt – im Volksmund auch Kindergarten genannt – auf. Bis auf einige kleinere Blessuren, die er sich bei diversen Fluchtversuchen über einen übermannshohen Zaun zugezogen hat, blieb er geistig wie körperlich unverletzt. Weniger unverletzt allerdings ist in dieser Zeit laut Überlieferung das Gehör einiger Kleinkinder und Eltern einer Gruppe für musikalische Früherziehung geblieben. Walter hatte früh die Ahnung, dass es sich bei “nudeldicke Dirn” und “spannenlanger Hansel” um Synonyme für rehabilitierte Straftäter handeln muss. Dieses Halbwissen veranlasste ihn dazu, auf sämtlichen vorhandenen Instrumenten Alarm zu schlagen. Zumeist neben dem Takt. Nach einer roten Karte vom Spielleiter, die von den Worten “Kai-Birthe Drömme. Das ist deine letzte Verwarnung. Ab auf die Stille Treppe.” begleitet wurde, zog er es vor, fortan dem Ensemble des musikalischen Frühgrauens fernzubleiben.

Es folgten vier Jahre im Fundament eines jeden deutschen Lebens – der Grundschule. Aufgrund seiner Unfähigkeit, seinen Körper in normal geschnittene Sporthosen zu zwängen, beschloss unser sympathischer Titelheld einen anderen Weg zu beschreiten und brillierte als fröhlicher Bühnenarbeiter im Rahmen seines ersten Schulabschlusses in einer selbst inszenierten Zirkusaufführung. Mit selbstgebastelter Zwergenmütze sowie Scherpe und Pom-Poms brannte er bleibende Erinnerungen in die Hirne der Zuschauer. Schon hier zeichnete sich ein Teil des Weges ab, den Tobias Walter – damals noch ohne das Mittel-M – später beschreiten würde: er verstieß gegen sämtliche Aufträge und blieb als clownesker Nichttänzer permanent am Zwerchfell des Zuschauers. Nach eigenen Angaben existiert von dieser elementaren Katastrophe noch heute eine Videoaufnahme, die auf Wunsch beim Autor eingesehen werden kann.

In den darauffolgenden neun Jahren setzte er als Gymnasiast alles daran, den revolutionären Geist berühmter Freidenker neu zu beleben und zeichnete sich insbesondere durch seine Fähigkeit “Permanentes Widerwort” aus. Zudem schaffte er die, von vielen Betroffenen nicht für möglich gehaltene, Fortsetzung seiner Bühnenkarriere, indem er sich als betrunkener Müllkutscher, betrunkener Hofnarr und betrunkener Puffbesitzer zur Schau stellen ließ. Es ist hierbei nicht eindeutig festzustellen, ob Tobias Walter – zu dieser Zeit noch immer ohne das markante Mittel-M unterwegs – im wirklichen Leben je einen Tropfen Alkohol zu sich genommen hat. In seinem Bekanntenkreis allerdings ranken sich Legenden um eine legendäre Nacht, in der er – nur mit Muskelshirt und Buntfaltenhose bekleidet – bei zehn Grad Aussentemperatur dreieinhalb Stunden von einer Feierlichkeit nach Hause gelaufen sein soll. Im Vollrausch. Auf der Bundesstraße. Dokumentiert ist dieser “Bierathlon” jedoch nicht.

Nach erfolgreichem Ablegen der Reifeprüfung (welche nicht, wie der Begriff vermuten lässt, von einer attraktiven Frau mittleren Alters abgenommen wurde), legte Vater Staat seine Hand an den zartbesaiteten Künstler. Bei seiner Musterung wunderte er sich noch über den jungen Mann gleichen Alters, der eine ganze Palette von Röntgenbildern aus der Uniklinik Leipzig mitgebracht hatte und wohl nicht zur Bundeswehr eingezogen werden wollte. Der junge Mann gleichen Alters hat dann auch etwas vollkommen anderes gemacht und fliegt heute in Hamburg runden Bällen hinterher. René Adler ist heute zudem Nationaltorhüter. Tobias M. Walter – allerdings immer noch ohne das Mittel-M. – ist nicht berühmt. Zumindest brachte die Musterung das befreiende Ergebnis, keinen Hodenkrebs zu haben. Und so trat Walter den Zivildienst an. Neun Monate im Krankenhaus hinterließen zwar Spuren, konnten ihn aber dennoch nicht von seinem eigentlichen Vorhaben abbringen: Schauspieler zu werden.

Im Sommer 2005 begann er seine Ausbildung. Fortan unter dem paradoxen Pseudononym Nikolai Nôyr – wiederum ohne das Mittel-M und sogar ohne Tobias und Walter – unterwegs, lebte er für’s Lernen und lernte für’s Leben. Mittlerweile zu Marlon Brando ähnlicher Zwei-Zentner-Körperfülle angewachsen war ein Jahr vor Bühnenreife sein Bauchumfang das einzig wirklich beachtliche an ihm geworden. Auf Anraten seiner Dozenten entschied sich Tobias M. Walter – jetzt aus Marketinggründen mit markantem Mittel-M – für einen Lebenswandel.

Im Jahr 2009 – ein halbes Jahr vor seiner Bühnenreife – begann Tobias M. Walter – mit Mittel-M und Tobias und Walter – zu laufen. Nicht nur vor Problemen davon, sondern auch längere Strecken in zügigen Tempi. Der gemeine Freizeitsportler nennt es Jogging, er bezeichnet es als Laufsport. Ursprünglich nur gestartet um Gewicht zu verlieren, entwickelte sich das Training bald zum stetigen Begleiter in allen Lebenslagen. (Anm. d. Autors: An dieser Stelle ein herzlicher Dank an meinen Mentor Volker Maria Engel. Nicht nur Dozent und Regisseur, sondern auch Freund und Trainingspartner. Und letztlich Stein des Anstoßes. Auch wenn unser Weg heute nicht mehr gemeinsam verläuft, hoffe ich, es geht Dir gut. Wenn Du irgendwo da draußen bist, klick hier!)

Seit 2010 ist er Ensemblemitglied des Hessischen Landestheaters Marburg und war für das EURO-Studio Landgraf in einer deutschsprachigen Erstaufführung auf auf Deutschland- und Österreichtournee.

2011 veröffentlichte Tobias M. Walter unter dem Titel “Herz auf Heimat” Gedichte von Heimat, Liebe und Heimatliebe unter eigener Regie und hat sich seitdem von der Lyrik zurückzogen. Nach fast zwei Jahren der Schriftaskese publiziert er auf „Bleibt alles anders“ jetzt wieder eigene Texte. Mittlerweile zum Wettkampfsportler mutiert, hat Walter es auch geschafft sein Leben und sich in den Griff zu bekommen.

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